Archive for the 'Werbung' Category

Kontextsensitive Rassenkunde

DNAEben erreichte mich über einen Freund dieses Highlight moderner Werbetechnologie: Erwähnt man bei Facebook Worte wie “Israel”, so wird einem prompt angeboten, per DNA-Analyse seinen jüdischen Wurzeln nachzugehen. Sein passender Kommentar dazu: Das ginge heute als alles viel umkomplizierter mit dem Rassennachweis….

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Eröffnet Google neue Datenschutzperspektiven?

Google testet zurzeit ein neues Tracking-System, mit dem Werbung besser an das Nutzerverhalten angepasst werden kann (z.B. zur Vermeidung doppelter Anzeigen). Dabei wird Nutzern erstmals von Google selbst per Opt-out die Möglichkeit geboten, die Annahme der entsprechenden Cookies zu vermeiden. Die hier normalerweise abgespeicherten Daten zum Zeitpunkt der Anzeige, zur Kampagne und spezifischen Anzeige, zum individuellen Browser, zur IP-Adresse und Referral URL sowie Daten über die Interaktion mit der Anzeige sind dann vom System nicht mehr auslesbar. Continue reading ‘Eröffnet Google neue Datenschutzperspektiven?’

Verhaltensgesteuerte Werbung bei Suchmaschinen

Behavioral Targeting, also das gezielte Bewerben von Internetnutzern auf der Basis ihres Online-Verhaltens, wird in der Werbebranche derzeit als das ultimative Marketing-Instrument gehandelt. Suchmaschinen spielen hier eine zentrale Rolle, weil sie durch die gesammelten Suchanfragen und Nutzerdaten einen besonders guten Einblick in die Interessen ihrer Nutzer erhalten. Yahoo! nutzt diese Möglichkeiten schon seit längerem, um in seinem gesamten Netzwerk Bannerwerbung zielgenauer einzusetzen. Auch Microsoft will zukünftig sowohl Suchanfragen als auch Registrierungsinformationen von MSN-Diensten wie Hotmail für das Werbe-Targeting nutzen. Google hält sich beim Thema Behavioral Targeting bisher noch zurück, Continue reading ‘Verhaltensgesteuerte Werbung bei Suchmaschinen’

Personalisierte Online-Suche als Datenlieferant des Marketings

Soeben ist ein neuer Beitrag von mir mit dem Titel “‘Think of it first as an advertising system’: Personalisierte Online-Suche als Datenlieferant des Marketings” (pdf) in der Online-Zeitschrift kommunikation@gesellschaft erschienen. Der Text befasst sich mit der Frage, wie die Nutzerdaten, die bei der personalisierten Suche erhoben werden, für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden.

Etwas ausführlicher:

Suchmaschinen gehören seit langem zu den wichtigsten Werbeträgern im Netz und es wird mittlerweile offen zugestanden, dass die gezielte Vermarktung von Werbeplätzen sich zur Kernaufgabe der Suchmaschinenbetreiber entwickelt hat. Um dem Ruf nach relevanteren Suchergebnissen nachkommen zu können, binden neue Formen der personalisierten Suche immer weitere Bereiche des Nutzerverhaltens in den Suchprozess ein, gleichzeitig schaffen die gesammelten Daten aber auch die Grundlage für eine noch engere Verzahnung ökonomischer Interessen mit dem persönlichen Nutzungskontext. Mit Bezug auf aktuelle Theoriebildung aus den „Surveillance studies“ diskutiert der Beitrag die Rolle der personalisierten Suche als Bindeglied zwischen Nutzer und Werbung. Sowohl die Entwicklung der Online-Werbung als auch die technischen Grundlagen der personalisierten Suche werden skizziert, um schließlich an zwei konkreten Beispielen zu erläutern, welche Daten bei der personalisierten Suche erhoben werden und wie diese zu Werbezwecken verwendet werden können. Dabei wird deutlich, dass die zunächst zur Verbesserung der Suchergebnisse erhobenen Nutzerinformationen einem immer stärkeren kommerziellen Verwertungsdruck ausgesetzt sind.

Diskutiert werden kann der Beitrag auch im Blog der Zeitschrift.

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Guerilla-Marketing auf dem Hol(t)zweg

Bis gestern war mir noch gar nicht bewusst, dass das vielumschriebene studiVZ einen jüngeren Ableger in Form des schülerVZ bekommen hatte. Angeblich sind in dieser Community schon vor dem offiziellen Start im Sommer 300.000 Schülerinnen und Schüler aktiv. Darauf aufmerksam machte ein mit pinken Logos vollgesprühter Bürgersteig vor einen Schuleingang in der Nähe. Ist Holtzbrinck jetzt unter die Sprayer gegangen? Ein Blick auf die Website des schülerVZ klärt auf: Anscheinend ist nur die anhaltende Trockenheit daran schuld, dass das „umweltverträgliche Kreidespray“ noch nicht vom Regen abgewaschen worden ist. Die Sprüherei war allerdings Teil einer weitaus größeren Aktion, bei der insgesamt 3 Mio. pinke Post-its an über 1000 Schulen verklebt wurden. Wer jetzt meint, man sollte öffentliche Gebäude, in denen junge Menschen sich gezwungenermaßen den ganzen Tag aufhalten, lieber mit Werbung verschonen, verkennt die Intentionen des schülerVZ. Laut einer Pressemitteilung handelte es sich dabei nämlich gar nicht um Werbung: „schülerVZ möchte durch diese Aktion den Schülern auch über die Vernetzung am Computer hinaus als Sprachrohr dienen und sich für seine Mitglieder einsetzen.“ Kruder lässt sich Marketing wohl kaum gestalten – von den Losungen des Guerilla-Marketings „Unberechenbar, niemals müde oder träge“ ist hier jedenfalls nicht viel zu spüren. Wie die Blogbar berichtete, sind schon bald weitere solcher Aktionen geplant.

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Beschwerde gegen Googles DoubleClick-Kauf eingereicht

CNET berichtet, dass die drei Organisationen Electronic Privacy Information Center (EPIC), Center for Digital Democracy (CDD) sowie U.S. Public Interest Research Groups (U.S. PIRG) heute bei der Federal Trade Commission (FTC) eine Beschwerde gegen Googles Kauf von DoubleClick eingereicht haben. Die Übernahme soll so lange unterbunden werden, bis die Praxis der Datensammlung und -speicherung von der Kommission genauer untersucht wurde, DoubleClicks Datensammlungen bereinigt sind und Google klare Bedingungen vorlegt, wie Datenschutz künftig gewährleistet werden kann.

In der Beschwerde heißt es unter anderem:

Google’s proposed acquisition of DoubleClick will give one company access to more information about the Internet activities of consumers than any other company in the world. Moreover, Google will operate with virtually no legal obligation to ensure the privacy, security and accuracy of the personal data that it collects.

Die komplette Beschwerde als PDF gibt es bei EPIC.

Laut Google werden die Daten der beiden Firmen zunächst nicht kombiniert. Eine Zusammenführung in der Zukunft solle zudem nur dazu dienen, doppelte Werbeeinblendungen zu vermeiden. Es scheint allerdings schwer vorstellbar, dass mit einer solchen Datenansammlung nicht mehr geschehen wird.

(via Searchblog)

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Google kauft DoubleClick

… und nun ist es soweit. Google kauft DoubleClick für 3,1 Milliarden Dollar, bietet seinen Werbekunden damit wesentlich breitere Targetingmöglichkeiten und baut seinen Vorrat an Nutzerdaten noch einmal beträchtlich aus.

Siehe dazu auch “Versteigerung von Werbeplätzen setzt sich durch”.

Die Entwicklungen im Detail bei Google Blogoscoped und Search Engine Land.

Pressemitteilung bei Google.

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Eric Schmidt: “Think of it first as an advertising system”

Jetzt ist es offiziell. In einem Wired-Interview bestätigt Google-CEO Eric Schmidt, dass sich die Prioritäten der Firma endgültig in Richtung Werbung verändert haben:

Wired: How should we think about Google today?

Schmidt: Think of it first as an advertising system. Then as an end-user system — Google Apps. A third way to think of Google is as a giant supercomputer. And a fourth way is to think of it as a social phenomenon involving the company, the people, the brand, the mission, the values — all that kind of stuff.

(via Searchblog)

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Versteigerung von Werbeplätzen setzt sich durch

Die Versteigerung von Werbeplätzen, wie sie bei Suchmaschinen seit langem üblich ist, greift auf immer weitere Bereiche der klassischen Werbung über. Nachdem Google Versteigerungssysteme für Radio- und Print-Anzeigen getestet hat, steigt die Firma nun in den TV-Werbemarkt ein. Wie bei den anderen Werbeformen soll auch hier der gesamte Prozess, inklusive Planung, Versteigerung und Evaluierung, über eine Online-Schnittstelle vollzogen werden. Im Gegensatz zu Print und Radio sollen die Settop-Boxen der Zuschauer allerdings eine Messung der Zuschauerquoten ermöglichen, so dass eine ähnlich detaillierte Auswertung wie bei Onlinewerbung vorgenommen werden kann.

Auch DoubleClick, der Veteran der Onlinewerbung, über dessen Übernahme durch Google oder Microsoft in letzter Zeit viel spekuliert wurde, setzt auf Versteigerungen. Anders als bei Google geht es hier allerdings nicht um unauffällige Textanzeigen, sondern um größer angelegte Bannerkampagnen über mehrere Seiten hinweg. Die für Mitte 2007 geplante „Werbebörse“ soll den Werbekunden bessere Transparenz in der Preisgestaltung bieten, indem die verschiedenen Gebote, wie bei eBay, für alle sichtbar sind. Den Websitebetreibern soll die Versteigerung gleichzeitig zu einer effektiveren Auslastung ihrer Werbeplätze verhelfen. Ein interessanter Aspekt dürfte auch hier werden, welche Auswertungsmöglichkeiten DoubleClick seinen Werbekunden bieten wird. In der Vergangenheit wurden die Targeting-Möglichkeiten, die das Internet bietet, von DoubleClick recht großzügig ausgereizt.

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