Archive for the 'Suchmaschinen' Category

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Beschwerde gegen Googles DoubleClick-Kauf eingereicht

CNET berichtet, dass die drei Organisationen Electronic Privacy Information Center (EPIC), Center for Digital Democracy (CDD) sowie U.S. Public Interest Research Groups (U.S. PIRG) heute bei der Federal Trade Commission (FTC) eine Beschwerde gegen Googles Kauf von DoubleClick eingereicht haben. Die Übernahme soll so lange unterbunden werden, bis die Praxis der Datensammlung und -speicherung von der Kommission genauer untersucht wurde, DoubleClicks Datensammlungen bereinigt sind und Google klare Bedingungen vorlegt, wie Datenschutz künftig gewährleistet werden kann.

In der Beschwerde heißt es unter anderem:

Google’s proposed acquisition of DoubleClick will give one company access to more information about the Internet activities of consumers than any other company in the world. Moreover, Google will operate with virtually no legal obligation to ensure the privacy, security and accuracy of the personal data that it collects.

Die komplette Beschwerde als PDF gibt es bei EPIC.

Laut Google werden die Daten der beiden Firmen zunächst nicht kombiniert. Eine Zusammenführung in der Zukunft solle zudem nur dazu dienen, doppelte Werbeeinblendungen zu vermeiden. Es scheint allerdings schwer vorstellbar, dass mit einer solchen Datenansammlung nicht mehr geschehen wird.

(via Searchblog)

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Neue Suchmaschinen spüren geschütztes Material auf

Die noch relativ unregulierte Phase des freien Video- Sharings im Netz neigt sich zusehends ihrem Ende zu. Mussten Copyrightverletzungen bei YouTube bisher in einem umständlichen Prozess manuell gemeldet werden, so setzt Google in Zukunft auf ein wesentlich effektiveres System, das geschütztes Material automatisch erkennen und, falls es nicht autorisiert ist, ausfiltern soll.

Das von Google entwickelte System mit den Namen “Claim your Content” ist jedoch nur eines unter vielen Neuentwicklungen, die Sharing-Anbietern helfen sollen, den chaotischen Rechte-Zuständen auf ihren Servern Herr zu werden. Für Firmen wie Autonomy, die sich im Rahmen der Enterprise Search auf große, heterogene Datenbestände konzentrieren, tun sich hier breite Betätigungsfelder auf. So preist Autonomy-CEO Michael Lynch die Software Virage Automatic Copyright Infringement Detection (Acid) damit an, dass sie durch das Abgleichen von Ton- und Bildmaterial mit vorhandenen Datenquellen schon bei einem 10-sekündigen Sport erkennen kann, ob es sich um geschütztes Material handelt. Angeblich soll das Verfahren auch gegen Verfremdungen des Materials wie Abdunkeln usw. gefeit sein.

Ob in Zukunft Videos, die einige Sekunden urheberrechtlich geschützten Materials enthalten, tatsächlich sofort ausgefiltert werden, wird wohl von den gegenwärtigen Verhandlungen abhängen. Da die technischen Möglichkeiten schon jetzt gegeben sind, ist aber gut vorstellbar, dass von den großen Medienunternehmen entsprechende Forderungen erhoben werden. Von der kreativen Lust an Collage und Kommentierung, die zuweilen auf den Sharing-Sites herrscht, bliebe dann sicherlich wenig erhalten.

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Yale-Konferenz thematisiert Zugang zu Wissen

Vom 27.-29. April 2007 veranstaltet das Yale Information Society Project die zweite Annual Access to Knowledge Conference. Das Programm verspricht einige interessante Vorträge, unter anderem auch Panels zum Thema Suchmaschinen, Digitale Archive und Open Access.

Über das dazugehörige offene Wiki kann man die Konferenz von zu Hause aus verfolgen, Material einstellen und die Proceedings der letzten Konferenz einsehen. Hier dürfte sich also bald eine sehr interessante, frei zugängliche Materialsammlung zu diesen Themenfeldern finden lassen.

In der Konferenzbeschreibung heißt es u.a.:

The last several years have witnessed the coalescing of the Access to Knowledge (A2K) social movement that champions human rights, human development, and the public interest as the focal points of innovation and information policy.

The A2K2 conference program is focused around mobilizing different spheres of society: Industry, Civil Society, Governments, and Technologists. The policy panels focus on a diverse set of A2K issues and are oriented towards tangible legal and technological solutions and collaborative strategies for policy makers and individual institutions.

Policy panels:

  • Partnerships for Access to Information
  • Internationalized Domain Names
  • Patent Quality
  • Open Access Literature
  • Search Engines
  • Traditional Knowledge and Genetic Resources
  • Community Media & the Global Public Sphere.
  • Broadband Wireless in Developing Countries.
  • Agriculture & Intellectual Property
  • The Political Economy of Digital Archives
  • Education in the Digital Age.
  • Access to Scientific Knowledge

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Google kauft DoubleClick

… und nun ist es soweit. Google kauft DoubleClick für 3,1 Milliarden Dollar, bietet seinen Werbekunden damit wesentlich breitere Targetingmöglichkeiten und baut seinen Vorrat an Nutzerdaten noch einmal beträchtlich aus.

Siehe dazu auch “Versteigerung von Werbeplätzen setzt sich durch”.

Die Entwicklungen im Detail bei Google Blogoscoped und Search Engine Land.

Pressemitteilung bei Google.

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Eric Schmidt: “Think of it first as an advertising system”

Jetzt ist es offiziell. In einem Wired-Interview bestätigt Google-CEO Eric Schmidt, dass sich die Prioritäten der Firma endgültig in Richtung Werbung verändert haben:

Wired: How should we think about Google today?

Schmidt: Think of it first as an advertising system. Then as an end-user system — Google Apps. A third way to think of Google is as a giant supercomputer. And a fourth way is to think of it as a social phenomenon involving the company, the people, the brand, the mission, the values — all that kind of stuff.

(via Searchblog)

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Versteigerung von Werbeplätzen setzt sich durch

Die Versteigerung von Werbeplätzen, wie sie bei Suchmaschinen seit langem üblich ist, greift auf immer weitere Bereiche der klassischen Werbung über. Nachdem Google Versteigerungssysteme für Radio- und Print-Anzeigen getestet hat, steigt die Firma nun in den TV-Werbemarkt ein. Wie bei den anderen Werbeformen soll auch hier der gesamte Prozess, inklusive Planung, Versteigerung und Evaluierung, über eine Online-Schnittstelle vollzogen werden. Im Gegensatz zu Print und Radio sollen die Settop-Boxen der Zuschauer allerdings eine Messung der Zuschauerquoten ermöglichen, so dass eine ähnlich detaillierte Auswertung wie bei Onlinewerbung vorgenommen werden kann.

Auch DoubleClick, der Veteran der Onlinewerbung, über dessen Übernahme durch Google oder Microsoft in letzter Zeit viel spekuliert wurde, setzt auf Versteigerungen. Anders als bei Google geht es hier allerdings nicht um unauffällige Textanzeigen, sondern um größer angelegte Bannerkampagnen über mehrere Seiten hinweg. Die für Mitte 2007 geplante „Werbebörse“ soll den Werbekunden bessere Transparenz in der Preisgestaltung bieten, indem die verschiedenen Gebote, wie bei eBay, für alle sichtbar sind. Den Websitebetreibern soll die Versteigerung gleichzeitig zu einer effektiveren Auslastung ihrer Werbeplätze verhelfen. Ein interessanter Aspekt dürfte auch hier werden, welche Auswertungsmöglichkeiten DoubleClick seinen Werbekunden bieten wird. In der Vergangenheit wurden die Targeting-Möglichkeiten, die das Internet bietet, von DoubleClick recht großzügig ausgereizt.

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TrackMeNot verschleiert persönliche Suchhistorie

Helen Nissenbaum, die im Suchmaschinenbereich wohl vor allem wegen des zusammen mit Lucas D. Introna verfassten Texts „Shaping the Web. Why the Politics of Search Engines Matters“ bekannt sein dürfte, entwickelt seit einiger Zeit zusammen mit Daniel C. Howe den Firefox-Plugin „TrackMeNot“, der die Aufzeichnung persönlicher Suchhistorien durch Suchmaschinen erschwert. Das Programm sendet in bestimmten Intervallen zufällig generierte Anfragen an Suchmaschinen und verhindert auf diese Weise die Zusammenstellung kategorisierbarer Profile. Die Intervalle der Anfragen sowie die Suchmaschinen, an die sie gerichtet werden, lassen sich individuell einstellen.

Mit der verwendeten Verschleierungstaktik („Masking Move“) beziehen sich die Entwickler explizit auf Gary T. Marx „A Tack in the Shoe: Neutralizing and Resisting the New Surveillance“. In diesem auch sonst sehr interessanten Text fasst Marx seine empirischen Untersuchungen zum Umgang mit Überwachungstechnologien in elf Kategorien von Neutralisierungsstrategien zusammen. Was zunächst nach Agententhriller klingt, erweist sich beim näheren Hinsehen als Aufzählung relativ bekannter und alltäglicher Formen der Überwachungsvermeidung (wie z.B. Warnungen vor Radarfallen). Dadurch wird Marx’ These, dass Pläne zur völligen Überwachung vorerst noch durch eine Vielfalt lokaler Gegenstrategien entschärft werden, sehr plausibel.

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Google TiSP: W-LAN durch den Abfluss

Schöner Aprilscherz von Google mit ausführlicher Installationsanleitung:

Diagramm

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Neuerscheinung: „Die Macht der Suchmaschinen“

CoverHeute erscheint der Band „Die Macht der Suchmaschinen. The Power of Search Engines“ mit einem Beitrag von mir zum Thema „Machtkonzepte in der Suchmaschinenforschung“. Das von Marcel Machill und Markus Beiler herausgegebene Buch geht zurück auf die Tagung und den wissenschaftlichen Workshop „Die wachsende Macht von Suchmaschinen im Internet: Auswirkungen auf User, Medienpolitik und Medienbusiness“ im Juni letzten Jahres in Berlin. Der Workshop war vor allem deshalb sehr interessant, weil er so international besetzt war. Ich bin gespannt auf die ausgearbeiteten Beiträge und die Reaktionen in der Presse. Beim Verlag kann man sich schon mal ein Bild vom Inhalt des Bands machen.

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Fragen zu Quaero und Theseus endlich geklärt

Lange wurde das deutsch-französische Suchmaschinenprojekt Quaero als Google-Killer gehandelt, dann wurde plötzlich gemeldet, dass Deutschland und Frankreich verschiedene Wege gehen und das deutsche Projekt zukünftig unter dem Namen Theseus weiterverfolgt werden soll. Wer sich die Zeit nimmt, die Antworten der Bundesregierung auf einige Anfragen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen durchzulesen, erfährt nun endlich die Hintergründe der Geschichte:

Die Entscheidung zugunsten zweier eigenständiger Projekte in Frankreich (Quaero) und Deutschland (Theseus) geht – anders als z. T. in der Presse dargestellt – zurück auf den Wunsch des französischen Konsortialführers Thomson, der zu der Auffassung gelangt war, dass aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur technologischen Ausrichtung und organisatorischen Gestaltung ein eng verzahnter Ansatz beider Konsortien nicht erreicht werden könne. Die französische Seite hat gleichzeitig gebeten, den auf einen französischen Vorschlag zurückgehenden Arbeitstitel „Quaero“ weiterzuführen und einen neuen Namen für den deutschen Projektteil zu finden.

Die Kooperation zwischen beiden Projekten und Konsortien ist nicht beendet worden. Die Verhandlungen über eine Vereinbarung („basic agreement“) zwischen den Konsortialführern Thomson (F) und Empolis (D) sind weit fortgeschritten und betreffen zunächst z. B. die Einrichtung von gemeinsamen Arbeitskreisen und die Organisation von gemeinsamen Symposien zwischen Quaero und Theseus. (Drucksache 16/4102)

Erste Forschungsergebnisse sollen 2008 vorgelegt werden, so soll z.B. das Teilvorhaben Alexandria „dem Internetnutzer auf einer Plattform Möglichkeiten zur Informationsveröffentlichung und -veredelung geboten [werden], die weit über die heute gängigen Methoden hinausgehen” (Drucksache 16/3565). Worum es dabei genau geht, wird leider nicht erwähnt.

Auch mal ganz interessant: Das Quaero-Projekt wurde ja nicht ausgeschrieben (die Gründe dafür werden auch ganz plausibel erklärt), sondern eine Jury von Experten hat eingegangene Vorschläge geprüft. Auf der Website der „Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt“ wird diese Jury namentlich vorgestellt, außerdem gibt es hier einen Link zur im Aufbau befindlichen Seite des Theseus-Programms.

Die Liste der beteiligten Firmen und Institute liest sich in der Tat recht imposant und angesichts der Fördermittel kann man sicherlich einiges von diesem Projekt erwarten. Ob es aber tatsächlich alles so revolutionär wird, wie es angepriesen wird? Andere Firmen schlafen ja auch nicht und gerade im Bereich der Mulitmediasuche und der semantischen Methoden erscheint es kaum möglich, plötzlich völlig neuartige Dinge aus dem Hut zu zaubern, deren Umsetzung dann auch den gewachsenen Ansprüchen an Usability gerecht wird.

(via netbib)

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