Category Archives: In eigener Sache

Links zur Vorlesung

Vorgestern habe ich im Rahmen der Ringvorlesung “Kontrolle und Selbtskontrolle in Bildungszusammenhängen” einen Vortrag in Hamburg gehalten. (Hier sind alle Videos der sehr interessanten Reihe versammelt) Hier nun noch die Links und Referenzen, falls jemand etwas nachlesen möchte:

“Data, Information, Knowledge, and Wisdom” by Gene Bellinger, Durval Castro, Anthony Mills
http://www.systems-thinking.org/dikw/dikw.htm

Markanteile Suchmaschinen
http://www.webhits.de (Web-Barometer)

OCLC Studie “College Students’ Perceptions of Libraries and Information Resources” [PDF]
http://www.oclc.org/reports/pdfs/studentperceptions.pdf

British Library Studie “Information Behaviour of the Researcher of the Future” [PDF]
http://www.bl.uk/news/pdf/googlegen.pdf

Nicholas Carr “Is Google Making Us Stupid?” in The Atlantic July/August 2008
http://www.theatlantic.com/doc/200807/google

Testimonial von Bildungseinrichtungen zu Google Apps
http://www.google.com/a/help/intl/de/admins/customers.html#edu

Bettina Fabos “The Commercial Search Engine Industry and Alternatives to the Oligopoly” Eastbound 2006
http://eastbound.eu/site_media/pdf/060109fabos.pdf

Gilles Deleuze “Postskriptum über die Kontrollgesellschaften”
http://www.nadir.org/nadir/archiv/netzkritik/postskriptum.html

Adam Arvidsson “On the ‘Pre-History of the Panoptic Sort’: Mobility in Market Research” in Surveillance & Society 1(4) 2004 [PDF] http://www.surveillance-and-society.org/articles1(4)/prehistory.pdf

“Acxiom Personicx Geo” Segmentation Tool Demo
http://www.acxiom.co.uk/Flash/PersonicX/PersonicX_Geo/welcome.swf

Antony Beckett & Ajit Nayak “The reflexive consumer” Marketing Theory, Vol. 8, No. 3, 299-317 (2008)
http://mtq.sagepub.com/cgi/content/abstract/8/3/299

Mireille Hildebrandt “Profiles and Correlatable Humans”, in Stehr/Henning/Weiler (ed.), Knowledge and the Law, Transaction 2007. (pre-print: http://www.imbroglio.be/site/spip.php?article24)

Greg Elmer “Profiling Machines: Mapping the Personal Information Economy” MIT Press, 2004

TrackMeNot Firefox-Add-on
http://www.mrl.nyu.edu/~dhowe/trackmenot/

SquiggleSR Firefox-Add-on
http://www.squigglesr.com/

CustomizeGoogle Firefox-Add-on
http://www.customizegoogle.com/

“Deep Search”-Dokumentation online

Die Video-Dokumentation der Konferenz “Deep Search. The Digital Future of Finding Out” in Wien ist jetzt online. Es lohnt sich, die Vorträge waren sehr gut und ergänzten sich hervorragend. Weitere Berichte gibt es u.a. beim Institute of Network Cultures, beim ORF und bei Nhan Vu. Ein erweiterter Tagungsband auf deutsch und englisch folgt im Frühahr.

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SuMa Kongress und Deep Search

Jetzt sind es nur noch einige Tage bis zu meinem Vortrag „Suchmaschinen: Eine neue Form der Medienmacht“ beim SuMa Kongress 2008. Obwohl ich schon länger Mitglied des Vereins bin, habe ich den Kongress in den letzten Jahren immer verpasst – umso besser, diesmal direkt als Vortragender dabei zu sein. Besonders freue ich mich auf die Verleihung der SuMa Awards, deren Gewinner ja schon bekannt gegeben wurden. Ich finde, mit dieser ersten Runde der Awards haben wir einen guten Anfang gemacht. Für das nächste Jahr habe ich die Koordination der Awards übernommen und ich bin gespannt, welche Einsendungen wir bekommen werden, wenn sich die Existenz dieser Preise erst einmal weiter herumgesprochen hat.

Anfang November steht mein zweiter Vortrag in diesem Herbst an. Bei der Konferenz „Deep Search“, die im Rahmen des 2nd Information Retrieval Facility Symposium in Wien stattfindet, stehen einige spannende Vorträge auf dem Programm:

Keynote

The world according to grep
Paul Duguid, Adjunct Professor, School of Information
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Overview

From Trust to Tracks
Claire Lobet-Maris, Professor, Computer Science Institute University of Namur, co-director of the CITA (Cellule Interfacultaire de Technology Assessment),
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Search Engines and Civil Liberties

Google und Privacy
Gerhard Reischl, Journalist, Vienna
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Search engines and digital civil rights
Joris van Hoboken, PhD candidate, Institute for Information Law,University of Amsterdam
Website

Search Engines and Power

Dissecting the Gatekeepers
Theo Röhle, PhD Candidate, Institute for Media and Communication, Uni Hamburg
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Democratizing Search
Bernhard Rieder, Assistant Professor, Département Hypermédia, Université de Paris VIII – Vincennes Saint-Denis
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Making things visible

Issue Tracking on the Web
Richard Rogers, Chair in New Media & Digital Culture at the University of Amsterdam
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Multipolar Search
Gon Zifroni & Tsila Hassine, Metahaven, Amsterdam and Brussels & media artist and web-programmer
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Verdatung und Klassifizierung international

Gerade geht mein erster Tag beim Workshop Values in Computer Information Systems Design an der Santa Clara University vorbei. Nachdem wir den halben Tag über Klassifizierung, Datenbanken und Identität diskutiert haben und dazu extrem spannenden Input von Geoffrey Bowker, Helen Nissenbaum und Susan Leigh Star bekommen haben, hat unser Team gerade unsere Ideen zum Projektthema “data bodies” vorgestellt. Umso erstaunlicher, festzustellen, dass genau zu dieser Zeit ein Workshop in Wien fast dieselben Fragen aufwirft:

  • Welche Rolle spielt der Körper im Zusammenhang mit Identifizierungstechniken?
  • Wie wird der Mensch/der menschliche Körper zum Objekt der Wissenschaften?
  • Durch welche (technischen) Verfahren wird ein Körper in “Datensätze” transformiert? (Datensätze verstehen wir als Komplexitätsreduktion, als Abstraktion, das heißt von der rein sprachlichen Beschreibung bis hin zu Logarithmen.)
  • Gibt es im Kontext der Identifizierungstechniken einen “nicht verdateten Körper”? Was wäre der “vor”-verdatete Körper?

Die Seite zum Workshop “Verdaten. Klassifizieren. Archivieren.Identifizierung von Personen aus kulturwissenschaftlicher Perspektive” enthält interessante Abstracts. Hoffentlich bekommt man nach dem Workshop noch mehr zu lesen. Noch besser wäre wahrscheinlich eine Live-Schaltung zwischen Wien und Santa Clara gewesen, aber hier wird sonntags nicht gearbeitet: morgen steht erst einmal ein Wander-Trip in die kalifornischen Berge auf dem Programm.

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Später Start ins Jahr

So langsam wird es ja doch mal Zeit, den Blog aus dem Winterschlaf zu reißen und zum einjährigen Bestehen gibt es dann auch direkt mal ein neues Design.

Die zwei wesentlichen Nachrichten aus der Suchmaschinenwelt waren in der letzten Zeit sicherlich der Grazer Google-Bericht (pdf) und der Start von Wikia Search. Der Google-Bericht von Hermann Maurer und anderen hat kurz vor Weihnachten noch mal so richtig Leben in die Mailinglisten gebracht, hoch her ging es z.B. auf InetBib, wo Stefan Weber, einer der Autoren der Studie, u.a. mit Mathias Schindler von Wikimedia diskutiert und sich schließlich von den Teilen des Berichts distanziert, an denen er nicht beteiligt war. Eigentlich hätte ich gedacht, dass Hermann Maurer nach dem furchtbar schlecht recherchierten Artikel im Informatik Spektrum (pdf) in Google-Belangen nicht mehr als Experte herangezogen werden würde, aber in der aktuellen Technology Review kommt er doch noch einmal zu Wort.

Die Alpha-Version von Wikia Search ist seit dem 7. Januar online. Die Euphorie hält sich insgesamt eher in Grenzen und es wird immer wieder beteuert, dass alles ja erst in den Anfängen steckt. Interessant an dem Start fand ich eigentlich weniger die Suchergebnisse oder die technischen Details (auch der Suma-Blog entdeckt hier bisher wenig Neues), als die Diskussionen hinter den Kulissen, die man auf der Search Wikia-Mailingliste verfolgen konnte. Im Moment ist die Liste wieder fast völlig verstummt, aber für eine Weile fand dort unter den Akronymen POV/NPOV/MPOV eine interessante Diskussion zum Thema Relevanz statt. POV steht für point-of-view, die beiden Extreme für die Relevanzbewertung von Suchergebnissen wären demnach neutral point-of-view (NPOV) oder my-point-of-view (MPOV). Während sich einige Teilnehmer der Liste für den MPOV aussprechen (wie ihn ja Google Coop, Eurekster, Rollyo usw. schon anbieten), ist Wales strikt dagegen: „Wikia will not be a niche search engine, and I think as a key part of the infrastructure, we want to strive to be neutral, neutral, neutral.“

Neutrale Suchergebnisse? Da gefiel mir die Antwort von Alex Halavais schon wesentlich besser:

So, any search engine is inherently a selection (biasing) system. The hope is that the way in which those biases are constructed are – and this is of primary importance – transparent to the user. I want to know how the search engine has decided to make a given result its top-ranked choice. Communicating that can be extraordinarily difficult, of course, but the perspective of full disclosure is a good start.

Auf die Gleichung Transparenz = Nachvollziehbarkeit = höchste erreichbare Neutralität kann die Liste sich schließlich auch einigen. Wobei man allerdings wieder bei dem Problem landet, auf das Richard Rogers beim Quaero Forum in Maastricht in Bezug auf das niederländische Projekt Open Search auch schon hingewiesen hat: Was macht man mit den Spammern, für die die Transparenz der Algorithmen das Einfallstor in die Suchergebnisse ist? Man bräuchte schon eine Community von Wikipedia-Ausmaßen, um solchen Mißbrauch manuell zu verhindern. Dies könnte allerdings von daher schwierig werden, weil die Ausgestaltung von abstrakten Suchalgorithmen wesentlich weniger Identifikationspotenzial bereithält als die Mitarbeit an einem Wikipedia-Artikel. (Ein Problem, dass Wales auch in Davos angesprochen hat.) Ein Weg könnte vielleicht über die stärkere visuelle Vermittlung der Relevanzkriterien an die Nutzer gehen. Gäbe es eine Möglichkeit, die Entwicklung der Relevanzkriterien nicht nur offenzulegen, sondern auch für Laien plausibel grafisch darzustellen und eine Interaktion zu ermöglichen, gäbe es u.U. die Möglichkeit, mehr Menschen in die Arbeit einzubeziehen. Es bleibt jedenfalls noch einiges zu tun.

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Hard Blogging Scientists: Mainzer Kulturanthropologen ernten Lob von allen Seiten für die Internet-Präsentation des 36. Volkskunde-Kongress

Auf Einladung des Deutschen Instituts der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Abteilung Kulturanthropologie / Volkskunde, und der Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz e.V. findet der 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (DGV) dieses Jahr vom 23. bis 26. September in Mainz statt.

“Bilder Bücher Bytes” lautet das Thema der Tagung. Man will sich nach langer Zeit wieder speziell mit den Medien und ihrer Bedeutung im Alltag befassen. Den letzten DGV-Kongress zu Medien hatte es 1975 gegeben – schon eine Weile her. Wer nun aber befürchtet, die Gesellschaft für Volkskunde würde sich mit der Thematisierung der Medien nur einem wissenschaftlichen Trend anschließen und mit einem etwas angestaubtem Programm aufwahrten, der irrt gewaltig. Continue reading