Schöne Sache: Ein neuer Firefox-Addon, der Alarm schlägt, wenn Daten an Google gesendet werden. Infos von der Seite:
The Google Alarm Firefox addon visually & audibly alerts you when your personal information is being sent to Google servers.
Even outside Gmail and YouTube you are constantly sending information to Google through their vast network of tracking bugs: Google Analytics, Google AdSense, YouTube embeds, API calls.. all of this data be used to monitor & track your personal web browsing habits.
Google Alarm shows notifications, plays sound effects and keeps running stats about the % of websites you’ve visit with Google bugs present. Stay alert – install Google Alarm today.
Download hier: Google Alarm
Google Alarm from
Jamie Dubs on
Vimeo.
Gerade geht mein erster Tag beim Workshop Values in Computer Information Systems Design an der Santa Clara University vorbei. Nachdem wir den halben Tag über Klassifizierung, Datenbanken und Identität diskutiert haben und dazu extrem spannenden Input von Geoffrey Bowker, Helen Nissenbaum und Susan Leigh Star bekommen haben, hat unser Team gerade unsere Ideen zum Projektthema “data bodies” vorgestellt. Umso erstaunlicher, festzustellen, dass genau zu dieser Zeit ein Workshop in Wien fast dieselben Fragen aufwirft:
- Welche Rolle spielt der Körper im Zusammenhang mit Identifizierungstechniken?
- Wie wird der Mensch/der menschliche Körper zum Objekt der Wissenschaften?
- Durch welche (technischen) Verfahren wird ein Körper in “Datensätze” transformiert? (Datensätze verstehen wir als Komplexitätsreduktion, als Abstraktion, das heißt von der rein sprachlichen Beschreibung bis hin zu Logarithmen.)
- Gibt es im Kontext der Identifizierungstechniken einen “nicht verdateten Körper”? Was wäre der “vor”-verdatete Körper?
Die Seite zum Workshop “Verdaten. Klassifizieren. Archivieren.Identifizierung von Personen aus kulturwissenschaftlicher Perspektive” enthält interessante Abstracts. Hoffentlich bekommt man nach dem Workshop noch mehr zu lesen. Noch besser wäre wahrscheinlich eine Live-Schaltung zwischen Wien und Santa Clara gewesen, aber hier wird sonntags nicht gearbeitet: morgen steht erst einmal ein Wander-Trip in die kalifornischen Berge auf dem Programm.
Technorati Tags: verdatung, klassifizierung, datenschutz, surveillance
Conference, June 18-20 of 2008, The Hague
“Information technology plays an increasingly important role in society and in human lives. Identity Management Technologies (e.g. biometrics, profiling, surveillance), in combination with a variety of identification procedures and personalized services are ubiquitous and pervasive. This calls for careful consideration and design of collecting, mining, storing and use of personal information.
Access, rights, responsibilities, benefits, burdens and risks are apportioned on the basis of identities of individuals. These identities are formed on the basis of personal data collected and stored and manipulated in databases. This raises ethical questions, such as obvious privacy issues, but also a host of identity related moral questions concerning (the consequences of) erroneous classifications and the limits of our capacity for self-presentation and self definition.
Which conceptions of identity are used when addressing ethical issues regarding information technology? How can the concepts of ‘identity’ and ‘identification’ be understood from a philosophical perspective when discussing morally problematic developments in information technology? What are the philosophical semantics pertaining to reference and identification which may help clarify ambiguities and ethical issues? How can we arrive at a normatively sound conception of personal identity as a starting point for the study of the ethical aspects of the (information) technology that is shaping our lives? This conference aims to discuss the theme of ‘identity’ in light of new (information) technology.”
Key-note speakers
- David Velleman, New York University
- Oscar Gandy, University of Pennsylvania
- Robin Dillon, Lehigh University
- David Shoemaker, Bowling Green State University
More information here.
Technorati Tags: Identity Management, biometrics, profiling, surveillance, information technology, Ethics
ACM Transactions on the Web hat einen Call for Papers für eine Sonderausgabe veröffentlicht, die vielversprechend klingt:
The complete records of queries received by web search engines (Query Logs or QLs) are the fundamental evidence of their audience search goals and the engines’ ability to provide satisfactory answers. QLs include information such as queries submitted, reformulations, session boundaries, results actually explored (click through data), time spent reading each result, and so on. Commercial search engines use QL analysis to extract patterns of individual and collective behavior and use this feedback for improving search performance and accuracy. At the same time, the queries made by a particular individual often reflect their current interests and preoccupation and reveal a surprising amount of highly personal information. Continue reading ‘Call: Query Log Analysis – Technology & Ethics’
Das erste Kapitel von Daniel J. Soloves neuem Buch “The Future of Reputation: Gossip, Rumor, and Privacy On the Internet.” kann hier gratis heruntergeladen werden. Klingt vielversprechend. Passt vielleicht auch gut zum PHOENIX-Wissenschaftsforum am Samstag mit dem Thema “Daten, Daten, Daten – Das Ende der Privatheit?”. Aus der Pressemitteilung:
Für das Internet gilt generell: Wer surft, wird erkannt – und das bereits bei der Einwahl. Gilt die Aussage: “Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, der braucht keinen Datenschutz”? Oder ist der Schutz unserer persönlichen Daten wichtiger denn je?
[via Blogoscoped]
Technorati Tags: Solove, Reputation, Privacy, Datenschutz
Google testet zurzeit ein neues Tracking-System, mit dem Werbung besser an das Nutzerverhalten angepasst werden kann (z.B. zur Vermeidung doppelter Anzeigen). Dabei wird Nutzern erstmals von Google selbst per Opt-out die Möglichkeit geboten, die Annahme der entsprechenden Cookies zu vermeiden. Die hier normalerweise abgespeicherten Daten zum Zeitpunkt der Anzeige, zur Kampagne und spezifischen Anzeige, zum individuellen Browser, zur IP-Adresse und Referral URL sowie Daten über die Interaktion mit der Anzeige sind dann vom System nicht mehr auslesbar. Continue reading ‘Eröffnet Google neue Datenschutzperspektiven?’
Behavioral Targeting, also das gezielte Bewerben von Internetnutzern auf der Basis ihres Online-Verhaltens, wird in der Werbebranche derzeit als das ultimative Marketing-Instrument gehandelt. Suchmaschinen spielen hier eine zentrale Rolle, weil sie durch die gesammelten Suchanfragen und Nutzerdaten einen besonders guten Einblick in die Interessen ihrer Nutzer erhalten. Yahoo! nutzt diese Möglichkeiten schon seit längerem, um in seinem gesamten Netzwerk Bannerwerbung zielgenauer einzusetzen. Auch Microsoft will zukünftig sowohl Suchanfragen als auch Registrierungsinformationen von MSN-Diensten wie Hotmail für das Werbe-Targeting nutzen. Google hält sich beim Thema Behavioral Targeting bisher noch zurück, Continue reading ‘Verhaltensgesteuerte Werbung bei Suchmaschinen’
Im offiziellen Google Blog wurde gestern die geplante Übernahme des Werbevermarkters DoubleClick näher erläutert. Das Wort Datenschutz kommt in dem Beitrag allerdings nicht vor. Auch im neueröffneten Google Public Policy Blog, in dem ja die Lobby-Aktivitäten der Firma offen diskutiert werden sollen, steht eine Frage von Michael Zimmer zum Thema ziemlich einsam da. Aus Google-Sicht schafft die Übernahme nämlich nur Vorteile für alle Beteiligten:
By enabling our AdSense network to work with DoubleClick’s delivery mechanisms, for example, advertisers can obtain more precise metrics in order to judge the effectiveness of their campaigns. The combination of the technologies and expertise of Google and DoubleClick will help publishers better monetize their unsold inventory, thus helping to fuel the creation of even more rich and diverse content on the Internet.
So unschuldig sind die Aktiviäten von DoubleClick allerdings wohl kaum einzuschätzen. „More precise metrics“ umfasst bei der gegenwärtigen Spanne der Google-Dienste eine gewaltige Menge von Nutzerdaten. Dass diese nicht nur genutzt werden, um Rest-Werbeplätze an den Mann zu bringen, zeigt eine Behavioural Targeting-Broschüre (pdf) von DoubleClick. Hier heißt es unter anderem:
Boomerang delivers true behavior-driven advertising, so you can reach pre-qualified prospects and customers more quickly and easily. [...] By identifying users who have expressed an interest in your product or service, you can re-target them across your media buy.
Wie in meinem Beitrag zum Thema personalisierte Suche (pdf) beschrieben, geht es also um das Sammeln von Nutzerdaten, um Werbung besser an individuelle Interessen und individuelles Nutzerverhalten anpassen zu können. Etwas mehr Ehrlichkeit könnte man von Google in dieser Frage schon erwarten.
Technorati Tags: Google, DoubleClick, Datenschutz, Behavioural Targeting, Lobby, Nutzerverhalten, Werbung
Soeben ist ein neuer Beitrag von mir mit dem Titel “‘Think of it first as an advertising system’: Personalisierte Online-Suche als Datenlieferant des Marketings” (pdf) in der Online-Zeitschrift kommunikation@gesellschaft erschienen. Der Text befasst sich mit der Frage, wie die Nutzerdaten, die bei der personalisierten Suche erhoben werden, für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden.
Etwas ausführlicher:
Suchmaschinen gehören seit langem zu den wichtigsten Werbeträgern im Netz und es wird mittlerweile offen zugestanden, dass die gezielte Vermarktung von Werbeplätzen sich zur Kernaufgabe der Suchmaschinenbetreiber entwickelt hat. Um dem Ruf nach relevanteren Suchergebnissen nachkommen zu können, binden neue Formen der personalisierten Suche immer weitere Bereiche des Nutzerverhaltens in den Suchprozess ein, gleichzeitig schaffen die gesammelten Daten aber auch die Grundlage für eine noch engere Verzahnung ökonomischer Interessen mit dem persönlichen Nutzungskontext. Mit Bezug auf aktuelle Theoriebildung aus den „Surveillance studies“ diskutiert der Beitrag die Rolle der personalisierten Suche als Bindeglied zwischen Nutzer und Werbung. Sowohl die Entwicklung der Online-Werbung als auch die technischen Grundlagen der personalisierten Suche werden skizziert, um schließlich an zwei konkreten Beispielen zu erläutern, welche Daten bei der personalisierten Suche erhoben werden und wie diese zu Werbezwecken verwendet werden können. Dabei wird deutlich, dass die zunächst zur Verbesserung der Suchergebnisse erhobenen Nutzerinformationen einem immer stärkeren kommerziellen Verwertungsdruck ausgesetzt sind.
Diskutiert werden kann der Beitrag auch im Blog der Zeitschrift.
Technorati Tags: Suchmaschinen, Personalisierung, Überwachung, Marketing, Swickis, Eurekster, Watson, Intellext, YahooMyWeb, Google, Suchprotokoll
In einem Vergleich der Datenschutzpraxis führender Internetfirmen belegt Google den letzten Platz und wird als einzige von 23 Firmen als „datenschutzfeindlich“ eingestuft. Der von der englischen Organisation Privacy International (PI) erstellte Bericht (pdf) wurde am 9.6. veröffentlicht und soll bereits starke Reaktionen von Googles Seite hervorgerufen haben. So wurde PI angeblich zu Last gelegt, dass ein Mitarbeiter Verbindungen zu Microsoft hat und sich der Bericht daher zu einseitig auf Google konzentriere. In einem offenen Brief an Google widerspricht PI diesen Anschuldigungen.
Die Kritik an Googles Datenschutzpraxis umfasst im Einzelnen:
- Google account holders that regularly use even a few of Google’s services must accept that the company retains a large quantity of information about that user, often for an unstated or indefinite length of time, without clear limitation on subsequent use or disclosure, and without an opportunity to delete or withdraw personal data even if the user wishes to terminate the service.
- Google maintains records of all search strings and the associated IP-addresses and time stamps for at least 18 to 24 months and does not provide users with an expungement option. While it is true that many US based companies have not yet established a time frame for retention, there is a prevailing view amongst privacy experts that 18 to 24 months is unacceptable, and possibly unlawful in many parts of the world.
- Google has access to additional personal information, including hobbies, employment, address, and phone number, contained within user profiles in Orkut. Google often maintains these records even after a user has deleted his profile or removed information from Orkut.
- Google collects all search results entered through Google Toolbar and identifies all Google Toolbar users with a unique cookie that allows Google to track the user’s web movement. Google does not indicate how long the information collected through Google Toolbar is retained, nor does it offer users a data expungement option in connection with the service.
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Google fails to follow generally accepted privacy practices such as the OECD Privacy Guidelines and elements of EU data protection law. As detailed in the EPIC complaint, Google also fails to adopted additional privacy provisions with respect to specific Google services.
Google logs search queries in a manner that makes them personally identifiable but fails to provide users with the ability to edit or otherwise expunge records of their previous searches.
- Google fails to give users access to log information generated through their interaction with Google Maps, Google Video, Google Talk, Google Reader, Blogger and other services.
Interessant ist aber auch, dass keine der anderen Firmen in dem Bericht besonders gut wegkommt. Die Datenschutzsituation insgesamt wird als „erschreckend“ beschrieben und im Fazit findet sich eine recht düstere Einschätzung der gegenwärtigen Entwicklungen im Netz:
The current frenzy to “capture” ad space revenue through the exploitation of new technologies and tools will result in one of the greatest privacy challenges in recent decades. The Internet appears to be shifting as a whole toward this aim, and the opportunity to create market differentiators based on responsible privacy may diminish unless those avenues are explored immediately.
Technorati Tags: Google, Privacy International, Datenschutz, Surveillance, data protection, EPIC