Author Archive for Theo Röhle

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Theseus-Premiere in Köln

Angekündigt als “Premiere” und “Enthüllung”, sollte Theseus, das „Forschungsprogramm für eine neue internetbasierte Wissensinfrastruktur“ heute in Köln im Rahmen der Musikmesse c/o pop erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Allzu Revolutionäres war bei einer anberaumten Vortragszeit von 15 Minuten sicherlich nicht zu erwarten, aber etwas mehr Informationen hätten es dann doch sein dürfen. Continue reading ‘Theseus-Premiere in Köln’

Eröffnet Google neue Datenschutzperspektiven?

Google testet zurzeit ein neues Tracking-System, mit dem Werbung besser an das Nutzerverhalten angepasst werden kann (z.B. zur Vermeidung doppelter Anzeigen). Dabei wird Nutzern erstmals von Google selbst per Opt-out die Möglichkeit geboten, die Annahme der entsprechenden Cookies zu vermeiden. Die hier normalerweise abgespeicherten Daten zum Zeitpunkt der Anzeige, zur Kampagne und spezifischen Anzeige, zum individuellen Browser, zur IP-Adresse und Referral URL sowie Daten über die Interaktion mit der Anzeige sind dann vom System nicht mehr auslesbar. Continue reading ‘Eröffnet Google neue Datenschutzperspektiven?’

Verhaltensgesteuerte Werbung bei Suchmaschinen

Behavioral Targeting, also das gezielte Bewerben von Internetnutzern auf der Basis ihres Online-Verhaltens, wird in der Werbebranche derzeit als das ultimative Marketing-Instrument gehandelt. Suchmaschinen spielen hier eine zentrale Rolle, weil sie durch die gesammelten Suchanfragen und Nutzerdaten einen besonders guten Einblick in die Interessen ihrer Nutzer erhalten. Yahoo! nutzt diese Möglichkeiten schon seit längerem, um in seinem gesamten Netzwerk Bannerwerbung zielgenauer einzusetzen. Auch Microsoft will zukünftig sowohl Suchanfragen als auch Registrierungsinformationen von MSN-Diensten wie Hotmail für das Werbe-Targeting nutzen. Google hält sich beim Thema Behavioral Targeting bisher noch zurück, Continue reading ‘Verhaltensgesteuerte Werbung bei Suchmaschinen’

Programm für Workshop “Das neue Netz?”

Soeben ist das Programm für den Workshop „Das neue Netz? Bestandsaufnahme und Perspektiven“ erschienen, an dem ich auch teilnehmen werde. Der Workshop findet vom 20.-22. September in Bamberg statt und wird organisiert von der Forschungsstelle »Neue Kommunikationsmedien«. Ziel ist, möglichst unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklungen im sogenannten „Web 2.0“ zusammen zu führen und innerhalb der zweieinhalb Tage eine fruchtbare Diskussion über neue und möglicherweise nicht so neue Entwicklungen im gegenwärtigen Internet anzustoßen. Continue reading ‘Programm für Workshop “Das neue Netz?”’

CfP: Vor Google – Suchmaschinen im analogen Zeitalter

Workshop in Wien, Fr/Sa 10./11.10.2008
Deadline für Einsendungen: 31.10.2007

Call for Papers: Vor Google – Suchmaschinen im analogen Zeitalter

Google gilt als die mächtigste Marke der Welt, noch vor Microsoft und Coca-Cola. Es wundert nicht, dass die Wichtigkeit, die Suchmaschinen in der heutigen Informationsgesellschaft zukommt, dazu führt, dass sie zu Objekten von Sachbüchern (J. Battelle; D. Vise/M. Malseed) und wissenschaftlichen Werken (D. Lewandowski) werden. Continue reading ‘CfP: Vor Google – Suchmaschinen im analogen Zeitalter’

New Network Theory Amsterdam

Am Wochenende war ich bei der New Network Theory-Konferenz in Amsterdam. Eine sehr interessante Tagung mit erfreulich guten internationalen und interdisziplinären Beiträgen. Die Stimmung war entspannt und gleichzeitig konzentriert, die Technik funktionierte, der Kaffee war lecker – mehr kann man sich kaum wünschen.

Um den Begriff „Netzwerk“ gruppieren sich eine ganze Reihe von Disziplinen und Vorstellungen – von der physikalischen und soziologischen Netzwerkanalyse über die politische Praxis bis hin zur (hier sehr stark vertretenen) Medientheorie. Einigkeit darüber, was unter einem Netzwerk zu verstehen ist, scheint zunächst einmal nur in einer Hinsicht zu bestehen: Es gibt Knotenpunkte und es gibt Verbindungen zwischen diesen Punkten. Dann gehen allerdings die Fragen auch schon los. Hier eine kleine Übersicht über die frequenteren Fragestellungen: Continue reading ‘New Network Theory Amsterdam’

Google-Neusprech: “Werbung ist Demokratie”

Es begann damit, dass Google-Mitarbeiterin Lauren Turner im “Health Advertising Blog” der Firma Michael Moores neuen Film “Sicko” kritisierte. Nach einer Welle von Kommentaren stellte sie jetzt noch einmal klar, dass es sich bei dem Eintrag um ihre private Meinung handelte. Die nunmehr verkündete offizielle Google-Meinung ist allerdings kaum weniger beunruhigend:

“advertising is a very democratic and effective way to participate in a public dialogue”

Bei Google Blogoscoped werden drei offensichtlichen Probleme mit dieser Aussage ausführlicher diskutiert:

  1. In this “democracy,” it will cost you money to participate; the more money you have, the more you can participate.
  2. This “democracy” co-exists with a second, somewhat competing democracy; the one under the rule of PageRank, which Google says relies on “the uniquely democratic nature of the web” by analyzing links.
  3. In this “democracy,” Google is actively involved in talking to the various candidates to spend their campaign money with them.

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Google + DoubleClick = heile Welt?

Im offiziellen Google Blog wurde gestern die geplante Übernahme des Werbevermarkters DoubleClick näher erläutert. Das Wort Datenschutz kommt in dem Beitrag allerdings nicht vor. Auch im neueröffneten Google Public Policy Blog, in dem ja die Lobby-Aktivitäten der Firma offen diskutiert werden sollen, steht eine Frage von Michael Zimmer zum Thema ziemlich einsam da. Aus Google-Sicht schafft die Übernahme nämlich nur Vorteile für alle Beteiligten:

By enabling our AdSense network to work with DoubleClick’s delivery mechanisms, for example, advertisers can obtain more precise metrics in order to judge the effectiveness of their campaigns. The combination of the technologies and expertise of Google and DoubleClick will help publishers better monetize their unsold inventory, thus helping to fuel the creation of even more rich and diverse content on the Internet.

So unschuldig sind die Aktiviäten von DoubleClick allerdings wohl kaum einzuschätzen. „More precise metrics“ umfasst bei der gegenwärtigen Spanne der Google-Dienste eine gewaltige Menge von Nutzerdaten. Dass diese nicht nur genutzt werden, um Rest-Werbeplätze an den Mann zu bringen, zeigt eine Behavioural Targeting-Broschüre (pdf) von DoubleClick. Hier heißt es unter anderem:

Boomerang delivers true behavior-driven advertising, so you can reach pre-qualified prospects and customers more quickly and easily. [...] By identifying users who have expressed an interest in your product or service, you can re-target them across your media buy.

Wie in meinem Beitrag zum Thema personalisierte Suche (pdf) beschrieben, geht es also um das Sammeln von Nutzerdaten, um Werbung besser an individuelle Interessen und individuelles Nutzerverhalten anpassen zu können. Etwas mehr Ehrlichkeit könnte man von Google in dieser Frage schon erwarten.

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Finnischer Bericht zur Lage der deutschen Medien- und Kommunikationswissenschaften

Das Communication Research Centre der Uni Helsinki hat einen Bericht über die Lage der Medien- und Kommunikationswissenschaften in den Ländern Finnland, U.S.A., Deutschland, Frankreich, Japan, Estland und Australien erstellt. Die meisten empirischen Informationen zu Deutschland stammen natürlich aus deutschen Untersuchungen, es ist aber sehr interessant, die hiesige Situation mal aus einer völlig anderen Perspektive beschrieben zu sehen.

Bemerkenswert fand ich vor allem die Diskussion über die, im Vergleich zu anderen Ländern, kaum stattfindende Rezeption der Cultural Studies in Deutschland. Die Autoren sehen hier ein Potenzial, sich aus verkrusteten Strukturen zu lösen:

Thus the “mainstream” of German Communication and Media Studies has remained relatively unchanged by the emergence of alternative research paradigms that propose not just more qualitative rather than quantitative research methods, but also more theoretically informed methods of research project elaboration.

[...]

Yet Cultural Studies has had a difficult and ambivalent reception in Germany, in both the wider intellectual culture Communication and Media Studies. The reasons for this seem to consist in a combination of a discrepancy between national-linguistic intellectual traditions and different academic institutional histories and contemporary reformations. In our opinion, the difficult reception of Cultural Studies is symptomatic of the specificity and revealing of some of the defining tensions of contemporary German Communication and Media Studies. Viewed from another perspective, however, it also represents one of the most fruitful opportunities for the growth of the discipline in a period of increasing internationalisation.

[...]

For Communication and Media Studies in particular, the approaching season of retirement of many of the currently leading figures of the discipline represents a challenge of transition, and also perhaps an opportunity for renewal. In order to respond adequately to these challenges and opportunities, German Communication and Media Studies will need to expand its horizons and think creatively about its relations with the University, the Media, and the general public. In our view, the discipline needs to reflect upon its theoretical presuppositions and the ways in which it understands its self-identity. Most importantly, emerging practitioners and researchers need to confront the challenge of overcoming the inner cleavage of the discipline between Communication and Media perspectives and develop new research paradigms capable of comprehending the integration of these practices, both within Germany and on the international terrain.

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Personalisierte Online-Suche als Datenlieferant des Marketings

Soeben ist ein neuer Beitrag von mir mit dem Titel “‘Think of it first as an advertising system’: Personalisierte Online-Suche als Datenlieferant des Marketings” (pdf) in der Online-Zeitschrift kommunikation@gesellschaft erschienen. Der Text befasst sich mit der Frage, wie die Nutzerdaten, die bei der personalisierten Suche erhoben werden, für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden.

Etwas ausführlicher:

Suchmaschinen gehören seit langem zu den wichtigsten Werbeträgern im Netz und es wird mittlerweile offen zugestanden, dass die gezielte Vermarktung von Werbeplätzen sich zur Kernaufgabe der Suchmaschinenbetreiber entwickelt hat. Um dem Ruf nach relevanteren Suchergebnissen nachkommen zu können, binden neue Formen der personalisierten Suche immer weitere Bereiche des Nutzerverhaltens in den Suchprozess ein, gleichzeitig schaffen die gesammelten Daten aber auch die Grundlage für eine noch engere Verzahnung ökonomischer Interessen mit dem persönlichen Nutzungskontext. Mit Bezug auf aktuelle Theoriebildung aus den „Surveillance studies“ diskutiert der Beitrag die Rolle der personalisierten Suche als Bindeglied zwischen Nutzer und Werbung. Sowohl die Entwicklung der Online-Werbung als auch die technischen Grundlagen der personalisierten Suche werden skizziert, um schließlich an zwei konkreten Beispielen zu erläutern, welche Daten bei der personalisierten Suche erhoben werden und wie diese zu Werbezwecken verwendet werden können. Dabei wird deutlich, dass die zunächst zur Verbesserung der Suchergebnisse erhobenen Nutzerinformationen einem immer stärkeren kommerziellen Verwertungsdruck ausgesetzt sind.

Diskutiert werden kann der Beitrag auch im Blog der Zeitschrift.

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