Verdatung und Klassifizierung international

Gerade geht mein erster Tag beim Workshop Values in Computer Information Systems Design an der Santa Clara University vorbei. Nachdem wir den halben Tag über Klassifizierung, Datenbanken und Identität diskutiert haben und dazu extrem spannenden Input von Geoffrey Bowker, Helen Nissenbaum und Susan Leigh Star bekommen haben, hat unser Team gerade unsere Ideen zum Projektthema “data bodies” vorgestellt. Umso erstaunlicher, festzustellen, dass genau zu dieser Zeit ein Workshop in Wien fast dieselben Fragen aufwirft:

  • Welche Rolle spielt der Körper im Zusammenhang mit Identifizierungstechniken?
  • Wie wird der Mensch/der menschliche Körper zum Objekt der Wissenschaften?
  • Durch welche (technischen) Verfahren wird ein Körper in “Datensätze” transformiert? (Datensätze verstehen wir als Komplexitätsreduktion, als Abstraktion, das heißt von der rein sprachlichen Beschreibung bis hin zu Logarithmen.)
  • Gibt es im Kontext der Identifizierungstechniken einen “nicht verdateten Körper”? Was wäre der “vor”-verdatete Körper?

Die Seite zum Workshop “Verdaten. Klassifizieren. Archivieren.Identifizierung von Personen aus kulturwissenschaftlicher Perspektive” enthält interessante Abstracts. Hoffentlich bekommt man nach dem Workshop noch mehr zu lesen. Noch besser wäre wahrscheinlich eine Live-Schaltung zwischen Wien und Santa Clara gewesen, aber hier wird sonntags nicht gearbeitet: morgen steht erst einmal ein Wander-Trip in die kalifornischen Berge auf dem Programm.

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