Hard Blogging Scientists: Mainzer Kulturanthropologen ernten Lob von allen Seiten für die Internet-Präsentation des 36. Volkskunde-Kongress

Auf Einladung des Deutschen Instituts der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Abteilung Kulturanthropologie / Volkskunde, und der Gesellschaft für Volkskunde in Rheinland-Pfalz e.V. findet der 36. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (DGV) dieses Jahr vom 23. bis 26. September in Mainz statt.

“Bilder Bücher Bytes” lautet das Thema der Tagung. Man will sich nach langer Zeit wieder speziell mit den Medien und ihrer Bedeutung im Alltag befassen. Den letzten DGV-Kongress zu Medien hatte es 1975 gegeben – schon eine Weile her. Wer nun aber befürchtet, die Gesellschaft für Volkskunde würde sich mit der Thematisierung der Medien nur einem wissenschaftlichen Trend anschließen und mit einem etwas angestaubtem Programm aufwahrten, der irrt gewaltig. Denn dass die Mainzer Volkskundler von Medien etwas verstehen, wird bereits im Vorfeld deutlich. Die eigens eingerichtete Kongress-Website zeigt, wie konsequent das Thema angegangen wird und erntet dafür Lob von allen Seiten (z.B. in kulturelle Welten oder anthropologi). Zu Recht, wie ich finde, denn neben den üblichen Infos zu Programm, Anmeldung und Anfahrt werden einem jede Menge interessanter und schön gestalteter Extras geboten: So kann man sich im Detail über die Referenten und ihre Vorträge informieren und findet in den Mainz-Infos alles rund um den Kongress, vom Kinderzimmer über die Bettenbörse bis hin zu “der Kongress tanzt” mit Party-Infos jenseits des Tagesprogramms. Wie man die Abende einer viertägigen Konferenz verbringen kann, ist schließlich auch ganz interessant.

Außerdem gibt es die Grußworte des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und Schirmherren Kurt Beck quasi klassisch in Textform. Prof. Dr. Thomas Hengartner, 1. Vorsitzender der DGV und Leiter des Kollegs Kulturwissenschaftliche Technikforschung Hamburg, übermittelt seine Grußworte medientechnisch-modern per MP3-File. Und Prof. Dr. Michael Simon von der Kulturanthropologie / Volkskunde Uni Mainz präsentiert gar eine Videoeinladung zum Kongress. Übrigens sehr stylisch mit Splittscreens, bestimmt um die zu erwartende Multi-Perspektivität der Tagung schon einmal visuell vorweg zu nehmen.

Besondere Aufmerksamkeit zieht schon jetzt der Blog zum Kongress auf sich. Die Frage, warum man denn noch zusätzlich zu den Websites einen Blog braucht, beantworten die Macher gleich selbst: “Erstens wird der Blog mehr oder weniger täglich Informationen zum Kongress liefern – und das geht am schnellsten und einfachsten mit Hilfe der Blogtechnik. Zweitens bieten wir die Interviews mit den Referenten als Podcast zum Abonnieren an – und auch das geht in einem Blog am schnellsten von der Hand.” 26 Podcasts gibt es mittlerweile und der Erfolg gibt ihnen Recht. Schon jetzt konnten über 7000 unterschiedliche Besucher auf den Internetseiten verzeichnet werden. Auf Anregung der Hamburger Technikforscher soll es obendrein auch noch ein Live Bloggen während der Tagung geben.

Neben der überaus gelungenen Präsentation verspricht auch der Kongress selbst sehr interessant zu werden. Ich werde mir auf jeden Fall das Panel 3 “Repräsentationspraxen. Wissens- und Vermittlungsformate kultureller Realitäten” (Michi Knecht, Edmund Ballhaus, Torsten Näser, Thomas Overdick) am Montag anhören und die Sektion 5 “ProdUser” mit Birgit Huber, Christoph Köck und Klaus Schönberger.

Als eine seiner Doktorandinnen und FAMe-Mitglied finde ich es natürlich besonders erfreulich, dass die DGV Prof. Dr. Manfred Faßler für den Eröffnungsvortrag über die “Anthropologie des Medialen” gewinnen konnte (Appetizer zum Thema gibts hier) und wir am Mittwoch unseren Ansatz von FAMe in einem eigenen Panel vorstellen können. Wer vorab schon mal reinhören will: Zu meinem Vortrag über Digitale Videostories gibt es natürlich auch ein Podcast-Interview. Mehr Eindrücke vom eigentlichen Kongress folgen in Kürze.

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