Google + DoubleClick = heile Welt?

Im offiziellen Google Blog wurde gestern die geplante Übernahme des Werbevermarkters DoubleClick näher erläutert. Das Wort Datenschutz kommt in dem Beitrag allerdings nicht vor. Auch im neueröffneten Google Public Policy Blog, in dem ja die Lobby-Aktivitäten der Firma offen diskutiert werden sollen, steht eine Frage von Michael Zimmer zum Thema ziemlich einsam da. Aus Google-Sicht schafft die Übernahme nämlich nur Vorteile für alle Beteiligten:

By enabling our AdSense network to work with DoubleClick’s delivery mechanisms, for example, advertisers can obtain more precise metrics in order to judge the effectiveness of their campaigns. The combination of the technologies and expertise of Google and DoubleClick will help publishers better monetize their unsold inventory, thus helping to fuel the creation of even more rich and diverse content on the Internet.

So unschuldig sind die Aktiviäten von DoubleClick allerdings wohl kaum einzuschätzen. „More precise metrics“ umfasst bei der gegenwärtigen Spanne der Google-Dienste eine gewaltige Menge von Nutzerdaten. Dass diese nicht nur genutzt werden, um Rest-Werbeplätze an den Mann zu bringen, zeigt eine Behavioural Targeting-Broschüre (pdf) von DoubleClick. Hier heißt es unter anderem:

Boomerang delivers true behavior-driven advertising, so you can reach pre-qualified prospects and customers more quickly and easily. [...] By identifying users who have expressed an interest in your product or service, you can re-target them across your media buy.

Wie in meinem Beitrag zum Thema personalisierte Suche (pdf) beschrieben, geht es also um das Sammeln von Nutzerdaten, um Werbung besser an individuelle Interessen und individuelles Nutzerverhalten anpassen zu können. Etwas mehr Ehrlichkeit könnte man von Google in dieser Frage schon erwarten.

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2 Responses to “Google + DoubleClick = heile Welt?”


  • Ehrlichkeit kann man sich zwar wünschen aber nicht erwarten. Denn seien wir mal ehrlich: Welcher große Player im Online Marketing ist nicht an möglichst detailierten Benutzer-Profilen interssiert um die Werbung zielgerichtet an den Mann oder die Frau zu bringen?

  • Ja, das ist natürlich richtig. Nach den großen Ankündigungen, dass Nutzer in Zukunft durch den “Google Public Policy Blog” auf die Lobbyarbeit von Google Einfluss nehmen können, darf man aber schon erwarten, dass hier auch auf unangenehme Fragen eingegangen wird. Bisher stehen dort doch immer zwei kritische Fragen zum o.g. Thema ohne jegliche Antwort von Googles Seite.

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