ISPs schlimmere Datensammler als Google?

Auf dem Blog des Google-Mitarbeiters Matt Cutts findet zur Zeit eine recht interessante Diskussion zum Thema Google und Datenschutz statt. Cutts wundert sich, wieso beim Datenschutz so viel über Google gesprochen wird, aber nur sehr selten darüber, welche Daten von Internet Service Providers (ISPs) gesammelt werden, die ja zudem über personenbezogene Daten wie Adresse und Bankverbindung verfügen. Die Antwort erschien mir bisher eigentlich recht klar: Google nutzt die Daten für Werbung, ISPs (außer vielleicht AOL) tun dies in der Regel nicht. Interessant ist in diesem Zusammenhang allerdings der Hinweis, dass es bei vielen ISPs normale Praxis zu sein scheint, Clickstream-Daten an andere Firmen weiterzuverkaufen. Die Verdienstmöglichkeiten werden dabei auf ca. 40 Cent pro Nutzer und Monat beziffert, also ca. 60 Dollar pro Jahr.

Ein kurzer Blick in Peter Schaars “Datenschutz im Internet” (2002) zeigt, dass dies sogar in Deutschland legal wäre. Wenn ich es richtig verstehe dürfen Nutzungsdaten, worunter auch Clickstreams fallen, demnach (allerdings nur mit Einwilligung des Nutzers) “für Zwecke der Werbung, der Marktforschung oder zur bedarfsgerechten Gestaltung der Teledienste verwendet werden” (S. 142). Auch dürfen anonymisierte Nutzungsprofile erstellt werden, wenn der Nutzer nicht widerspricht. “Ferner ist es dem Diensteanbieter erlaubt, zum Zwecke der Marktforschung anderer Diensteanbieter anonymisierte Nutzungsdaten an diese zu übermitteln” (ebd.)

Es wäre sicherlich interessant, in Erfahrung zu bringen, ob der Verkauf von Clickstreams auch von deutschen ISPs praktiziert wird. Vor allem von welchen. Und wer kauft diese Daten?

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