Die noch relativ unregulierte Phase des freien Video- Sharings im Netz neigt sich zusehends ihrem Ende zu. Mussten Copyrightverletzungen bei YouTube bisher in einem umständlichen Prozess manuell gemeldet werden, so setzt Google in Zukunft auf ein wesentlich effektiveres System, das geschütztes Material automatisch erkennen und, falls es nicht autorisiert ist, ausfiltern soll.
Das von Google entwickelte System mit den Namen “Claim your Content” ist jedoch nur eines unter vielen Neuentwicklungen, die Sharing-Anbietern helfen sollen, den chaotischen Rechte-Zuständen auf ihren Servern Herr zu werden. Für Firmen wie Autonomy, die sich im Rahmen der Enterprise Search auf große, heterogene Datenbestände konzentrieren, tun sich hier breite Betätigungsfelder auf. So preist Autonomy-CEO Michael Lynch die Software Virage Automatic Copyright Infringement Detection (Acid) damit an, dass sie durch das Abgleichen von Ton- und Bildmaterial mit vorhandenen Datenquellen schon bei einem 10-sekündigen Sport erkennen kann, ob es sich um geschütztes Material handelt. Angeblich soll das Verfahren auch gegen Verfremdungen des Materials wie Abdunkeln usw. gefeit sein.
Ob in Zukunft Videos, die einige Sekunden urheberrechtlich geschützten Materials enthalten, tatsächlich sofort ausgefiltert werden, wird wohl von den gegenwärtigen Verhandlungen abhängen. Da die technischen Möglichkeiten schon jetzt gegeben sind, ist aber gut vorstellbar, dass von den großen Medienunternehmen entsprechende Forderungen erhoben werden. Von der kreativen Lust an Collage und Kommentierung, die zuweilen auf den Sharing-Sites herrscht, bliebe dann sicherlich wenig erhalten.
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