TrackMeNot verschleiert persönliche Suchhistorie

Helen Nissenbaum, die im Suchmaschinenbereich wohl vor allem wegen des zusammen mit Lucas D. Introna verfassten Texts „Shaping the Web. Why the Politics of Search Engines Matters“ bekannt sein dürfte, entwickelt seit einiger Zeit zusammen mit Daniel C. Howe den Firefox-Plugin „TrackMeNot“, der die Aufzeichnung persönlicher Suchhistorien durch Suchmaschinen erschwert. Das Programm sendet in bestimmten Intervallen zufällig generierte Anfragen an Suchmaschinen und verhindert auf diese Weise die Zusammenstellung kategorisierbarer Profile. Die Intervalle der Anfragen sowie die Suchmaschinen, an die sie gerichtet werden, lassen sich individuell einstellen.

Mit der verwendeten Verschleierungstaktik („Masking Move“) beziehen sich die Entwickler explizit auf Gary T. Marx „A Tack in the Shoe: Neutralizing and Resisting the New Surveillance“. In diesem auch sonst sehr interessanten Text fasst Marx seine empirischen Untersuchungen zum Umgang mit Überwachungstechnologien in elf Kategorien von Neutralisierungsstrategien zusammen. Was zunächst nach Agententhriller klingt, erweist sich beim näheren Hinsehen als Aufzählung relativ bekannter und alltäglicher Formen der Überwachungsvermeidung (wie z.B. Warnungen vor Radarfallen). Dadurch wird Marx’ These, dass Pläne zur völligen Überwachung vorerst noch durch eine Vielfalt lokaler Gegenstrategien entschärft werden, sehr plausibel.

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