Archive for March, 2007

Neuerscheinung: „Die Macht der Suchmaschinen“

CoverHeute erscheint der Band „Die Macht der Suchmaschinen. The Power of Search Engines“ mit einem Beitrag von mir zum Thema „Machtkonzepte in der Suchmaschinenforschung“. Das von Marcel Machill und Markus Beiler herausgegebene Buch geht zurück auf die Tagung und den wissenschaftlichen Workshop „Die wachsende Macht von Suchmaschinen im Internet: Auswirkungen auf User, Medienpolitik und Medienbusiness“ im Juni letzten Jahres in Berlin. Der Workshop war vor allem deshalb sehr interessant, weil er so international besetzt war. Ich bin gespannt auf die ausgearbeiteten Beiträge und die Reaktionen in der Presse. Beim Verlag kann man sich schon mal ein Bild vom Inhalt des Bands machen.

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Fragen zu Quaero und Theseus endlich geklärt

Lange wurde das deutsch-französische Suchmaschinenprojekt Quaero als Google-Killer gehandelt, dann wurde plötzlich gemeldet, dass Deutschland und Frankreich verschiedene Wege gehen und das deutsche Projekt zukünftig unter dem Namen Theseus weiterverfolgt werden soll. Wer sich die Zeit nimmt, die Antworten der Bundesregierung auf einige Anfragen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen durchzulesen, erfährt nun endlich die Hintergründe der Geschichte:

Die Entscheidung zugunsten zweier eigenständiger Projekte in Frankreich (Quaero) und Deutschland (Theseus) geht – anders als z. T. in der Presse dargestellt – zurück auf den Wunsch des französischen Konsortialführers Thomson, der zu der Auffassung gelangt war, dass aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur technologischen Ausrichtung und organisatorischen Gestaltung ein eng verzahnter Ansatz beider Konsortien nicht erreicht werden könne. Die französische Seite hat gleichzeitig gebeten, den auf einen französischen Vorschlag zurückgehenden Arbeitstitel „Quaero“ weiterzuführen und einen neuen Namen für den deutschen Projektteil zu finden.

Die Kooperation zwischen beiden Projekten und Konsortien ist nicht beendet worden. Die Verhandlungen über eine Vereinbarung („basic agreement“) zwischen den Konsortialführern Thomson (F) und Empolis (D) sind weit fortgeschritten und betreffen zunächst z. B. die Einrichtung von gemeinsamen Arbeitskreisen und die Organisation von gemeinsamen Symposien zwischen Quaero und Theseus. (Drucksache 16/4102)

Erste Forschungsergebnisse sollen 2008 vorgelegt werden, so soll z.B. das Teilvorhaben Alexandria „dem Internetnutzer auf einer Plattform Möglichkeiten zur Informationsveröffentlichung und -veredelung geboten [werden], die weit über die heute gängigen Methoden hinausgehen” (Drucksache 16/3565). Worum es dabei genau geht, wird leider nicht erwähnt.

Auch mal ganz interessant: Das Quaero-Projekt wurde ja nicht ausgeschrieben (die Gründe dafür werden auch ganz plausibel erklärt), sondern eine Jury von Experten hat eingegangene Vorschläge geprüft. Auf der Website der „Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt“ wird diese Jury namentlich vorgestellt, außerdem gibt es hier einen Link zur im Aufbau befindlichen Seite des Theseus-Programms.

Die Liste der beteiligten Firmen und Institute liest sich in der Tat recht imposant und angesichts der Fördermittel kann man sicherlich einiges von diesem Projekt erwarten. Ob es aber tatsächlich alles so revolutionär wird, wie es angepriesen wird? Andere Firmen schlafen ja auch nicht und gerade im Bereich der Mulitmediasuche und der semantischen Methoden erscheint es kaum möglich, plötzlich völlig neuartige Dinge aus dem Hut zu zaubern, deren Umsetzung dann auch den gewachsenen Ansprüchen an Usability gerecht wird.

(via netbib)

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Google zensiert “Google will eat itself”

Geert Loovink ruft zu einer Link-Unterstützungsaktion für “Google will eat itself” auf. Das von der Künstlergruppe uebermorgen.com ins Leben gerufene Projekt plant seit längerem, die Einkünfte aus AdSense-Anzeigen in Google-Aktien anzulegen um Google aufzukaufen. Dieses Ziel soll in ca. 200 Mio Jahren erreicht sein. Da die Klicks auf die AdSense-Anzeigen auch von Robots ausgeführt werden, reagierte Google zunächst mit Anwaltspost und hat die Seite jetzt komplett aus ihrem Index verbannt. Was sicherlich die wesentlich effektivere Art ist, zu zeigen, wer am längeren Hebel sitzt.
Geert Loovink schreibt:

Google Will Eat Itself (http://www.gwei.org) announced that is now fully censored on all Google Search-Indexes worldwide. What a scandal!

The idea behind GWEI is simple:

Google Will Eat Itself generates money by serving Google text advertisments on a network of hidden Websites. With this money GWEI automatically buy Google shares. GWEI buys Google via their own advertisment. Google eats itself - but in the end “we” own it. By establishing this autocannibalistic model we deconstruct the new global advertisment mechanisms by rendering them into a surreal click-based economic model. After this process GWEI hands over the common ownership of “our” Google Shares to the GTTP Ltd. [Google To The People Public Company] which distributes them back to the users (clickers) / public.

Let’s break the silence and put a link to this project on our sites and blogs: http://www.gwei.org. Give Google back to people! GWEI is an interesting case how to imagine a new global public sphere. How to reverse privatization and rethink a truely public Internet without the Googles and Yahoos.

Thanks for your support!

The GWEI-Team
Vienna, Bari, Turin, March 2007

UBERMORGEN.COM (Lizvlx/Hans Bernhard), Alessandro Ludovico and Paolo Cirio
http://www.gwei.org

Interview mit Hans Bernhard zu Google will eat itself:

(via nettime)

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CfP: Social Semantic Web 2007 in Leipzig

Vom 26. bis 28. September findet in Leipzig die Tagung Social Semantic Web statt. Hier werden wirtschaftliche, technische und soziale Aspekte der Verbindung von Social Software und Semantic Web untersucht. Im Call for Papers heißt es unter anderem:

CSSW will provide a podium for the rapidly emerging field of approaches
aiming at exploiting Social Software concepts for the bootstrapping of
the Semantic Web and lifting Social Software to the semantic
collaboration level. CSSW aims at combining three different perspectives
on the Social Semantic Web:

  • the business and entrepreneurial perspective, focusing on the added
    value of specific social semantic web applications,
  • the technical perspective, which enables and supports the exploitation
    of the “ant intelligence” of social networks,
  • the social perspective, which explores motivations, benefits and
    emergent effects.

CSSW targets to bring these three perspectives together, to widen
existing horizons, to create novel ideas and to find new ways of
understanding this emerging field.

Deadline für Full Papers ist der 1. Juni, weitere Informationen sind hier zu finden.

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Speicherung von Nutzerdaten trotz Cookie-Hygiene

Mit der Firefox-Einstellung „alle privaten Daten löschen“ wähnte man sich ja bisher in punkto Cookies auf der sicheren Seite. Komisch ist nur, wie manche Seiten (z.B. Pandora) einen trotzdem bei jedem Besuch wieder erkennen. An der dynamisch vergebenen IP-Adresse kann es nicht liegen, ganze Programme wurden aber beim ersten Aufruf der Seite auch nicht installiert. Jetzt bringt der c’t-Artikel „Heimliche Akten“ (kostenpflichtig) Licht ins Dunkel: Der Flash-Player hat eine eigene Cookie-Verwaltung und verschafft Websites so eine weitere Möglichkeit, Nutzerdaten permanent zu sichern. Diese Funktion machen sich allerdings nicht nur Seiten zu Nutze, die tatsächlich Flash verwenden, sondern auch solche, die mit versteckten Flash-Elementen den verbreiteten Hang zum Cookie-Löschen umgehen wollen. Der Artikel klärt im Detail über die Struktur und Verwendung dieser und anderer neuer Cookie-Varianten auf und zeigt dabei auch, wie man diese von vornherein vermeiden kann, z.B. über den Flash Player Einstellungsmanager.

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SuMa e.V. Forum 2007 in Berlin

Der Gemeinnützige Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs (SuMa e.V.) veranstaltet auch dieses Jahr wieder einen Kongress mit interessanten Beiträgen zum Thema Suchmaschinen. Auf dem Programm stehen unter anderem ein Vortrag zu Entwicklungen in der Semantischen Suche, kritische Anmerkungen zu Googles PageRank und ein Vortrag zum Datenschutz bei Suchmaschinen. Der Kongress findet am 20. September 2007 in Berlin statt, wegen der begrenzten Platzkapazitäten sollte man sich aber möglichst bald anmelden. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

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Google anonymisiert Nutzerdaten früher

Laut einer Aktualisierung der Datenschutzpolitik (pdf) wird Google Serverlogs in Zukunft nur noch 18-24 Monate speichern, statt wie bisher unendlich lange. Nach diesem Zeitraum sollen zumindest die IP-Adresse und Cookie-Informationen anonymisiert werden, die Suchanfragen selbst können aber auch noch länger aufbewahrt werden. Google hat diese Maßnahmen eingeführt, nachdem mit verschiedenen internationalen „privacy stakeholders“, wie z.B. der norwegischen Datenschutzbehörde, gesprochen wurde.

Wer seine Daten von Anfang an anonymisiert wissen möchte, ist allerdings bei der niederländischen Meta-Suchmaschine Ixquick besser aufgehoben. Sie sucht unter anderem bei Yahoo, AltaVista, Alltheweb und Wikipedia und verspricht, Nutzerdaten innerhalb von 48 Stunden zu löschen.

Wer seine Daten lieber direkt dem Staat zukommen lassen möchte, dem kann bei Patriot Search geholfen werden. (Via Google Blogoscoped)

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Frischer Bericht zu Semantic Web, Identity Management, RFID etc.

Ein aktueller UNESCO-Bericht fasst ethische Fragen im Zusammenhang mit neuen Technologien zusammen. Mit den Themen Semantic Web, digitales Identity Management, Biometrie, RFID, Sensoren, Location-Based Services, Mesh Networking und Grid Computing greift er erstaunlich aktuelle Entwicklungen auf.

Der Bericht erklärt jeweils kurz die zugrunde liegende Technik der verschiedenen Bereiche und stellt die wesentlichen Vor- und Nachteile gegenüber. Interessant ist z.B. die Bewertung des Semantic Web: Die Möglichkeit, sich durch Metadaten völlig personalisierte Info-Inseln zu schaffen, wird als Entwicklung betrachtet, die einer allgemeineren Internet-Öffentlichkeit schaden könnte. Zudem sieht der Bericht die Netzneutralität durch das Semantic Web gefährdet, da es ISPs und Suchmaschinen erlaubt, auf der Basis von Metadaten verschiedene Inhaltstypen zu identifizieren und unterschiedlich zu behandeln.

Hier wäre allerdings zu fragen (was der Bericht zugegebenermaßen auch tut), ob diese Entwicklungen nicht auch ohne Semantic Web ziemlich wahrscheinlich sind. Von einer allgemeinen Netzöffentlichkeit, die sich nicht in thematischen Nischen abspielt, ist trotz Blogosphäre ja heute schon kaum etwas zu bemerken. Dwayne Winseck hat zudem schon 2002 darauf hingewiesen, dass ISPs Daten keineswegs neutral behandeln – er interpretiert die unterschiedlichen Up- und Downloadgeschwindigkeiten als Beeinflussung des Nutzerverhaltens hin zu mehr Konsum und weniger Eigenaktivität. Die aktuellen Bestrebungen von Cisco, sich neben dem Router-Kerngeschäft verstärkt auf datenintensive Inhalte wie VoIP oder Videokonferenzen zu konzentrieren, dürften mit Netzneutralität ebenfalls wenig zu tun haben. Die hierfür benötigten Metadaten stehen Cisco allerdings auch ohne Semantic Web zur Verfügung.

Insgesamt eignet sich der Bericht sehr gut als Einführung zu den oben genannten Themen, auch wenn man sich angesichts der Menge an Wikipedia-Verweisen gelegentlich Fragen über die Tiefe der Recherche stellen kann. Die Themen werden gut lesbar zusammengefasst, Verbindungen zwischen den Bereichen werden aufgezeigt und die jeweiligen Verweise bieten eine gute Basis für weitergehende Recherchen.

PS: Interessanterweise zeigt Google gerade jetzt erste Anzeichen, ihre bisherige Unterstützung der Netzneutralität aufzugeben.

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Google-Firmen – die komplette Liste

Im aktuellen Google-Jahresbericht werden alle Firmen genannt, die derzeit von Google kontrolliert werden:

@Last Software, Inc.
Android, Inc.
Applied Semantics, Inc.
dMarc Broadcasting, Inc.
Ganji Inc.
Google International LLC
Google LLC
Google Payment Corp.
Ignite Logic, Inc.
JASS Inc.
JG Productions Inc.
JotSpot Inc.
Kaltix Corporation
Liquid Acquisition Corp. 2
Neotonic Software Corporation
Nevengineering, Inc.
Orkut.com, LLC
Picasa LLC
PiFidelity Holding Corporation
PiFidelity LLC
Scott Concepts, LLC
Scott Studios, LLC
SkillSet LLC
The Salinger Group LLC
Transformic, Inc.
Upstartle, LLC
Urchin Software Corporation
Where2 LLC
YouTube, LLC
ZipDash, Inc.
Aegino Limited
@Last Software, Ltd.
At Last Software GmbH
allPAY GmbH
bruNET GmbH
bruNET Holding AG
bruNET Schweiz GmbH
Endoxon Ltd.
Endoxon (India) Private Ltd.
Endoxon Prepress AG
Endoxon (Deutchland) GmbH
Google (Hong Kong) Limited
Google Advertising and Marketing Limited
Google Akwan Internet Ltda.
Google Argentina S.R.L.
Google Australia Pty Ltd.
Google Belgium NV
Google Bermuda Limited
Google Bermuda Unlimited
Google Brasil Internet Ltda.
Google Canada Corporation
Google Chile Limitada
Google Czech Republic s.r.o.
Google Denmark ApS
Google Finland OY
Google France SarL
Google Information Technology Services Limited Liability Company
Google Germany GmbH
Google India Private Limited
Google International GmbH
Google Ireland Holdings
Google Ireland Limited
Google Israel Ltd
Google Italy s.r.l.
Google Japan Inc.
Google Korea, LLC.
Google Limited Liability Company - Google OOO
Google Mexico S. de R.L. de C.V.
Google Netherlands B.V.
Google Netherlands Holdings B.V.
Google New Zealand Ltd.
Google Norway AS
Google Payment Ltd.
Google Payment Hong Kong Limited
Google Payment Singapore Pte. Ltd.
Google Poland Sp. z o.o.
Google Singapore Pte. Ltd.
Google South Africa (Proprietary) Limited
Google Spain, S.L.
Google Sweden AB
Google Switzerland GmbH
Google UK Limited
Neven Vision KK
Neven Vision Germany GmbH
Leonberger Holdings B.V.
Reqwireless Inc.
Skydocks GmbH

(via Googling Google)

Bericht vom Euroforum-Kongress "Die Macht der Suchmaschinen"

Sehr erfreulich: Verweisungsform berichtet ausführlich von diesem hochkarätig besetzten Kongress, der aber wegen eines Teilnehmerbeitrags von ca. 2000 Euro sonst leider nur für Geschäftsleute erschwinglich war.