Archive for February, 2007

Yahoo! singt Nachrichten

Yahoo startet in den nächsten Wochen das Projekt “Odd News Underground”, bei dem Nachrichten gesungen statt vorgelesen werden. Ein bisher nicht genannter “erfahrener Journalist und Musiker” soll die Moderation übernehmen. In einem Reuters-Artikel meint Yahoo-Sprecher Scott Moore dazu: “All I can say for now is that this reporter will leave you tapping your feet.” Google wird sich warm anziehen müssen… (via SEL)

CfP: Interaktivität / Information / Interface / Immersion

Und gleich noch eine interessante Konferenz, die wahrscheinlich im Herbst in Frankfurt stattfinden wird. Organisiert wird sie vom Frankfurter Forschungsnetzwerk Anthropologie des Medialen.

Deadline ist auch hier der 31.3.2007.

Im Call for Papers heißt es:

Wir erwarten und verlangen zunehmend ´mehr´ von Medien, mehr Informationen, mehr Auswahlangebote und mehr Selektionsfreiheit, mehr Welt, mehr Nähe, mehr Unterhaltung, mehr Biografie, mehr Community: sie sollen uns ansprechen, unterhalten, informieren. Dies deutet nicht nur auf Konsum der Medien hin. Der oft angesprochene Realitätssinn ist längst eingefügt in den Mediensinn. Realitätssinn ist als Mediensinn verkörpert. Wir nehmen Welt in Medien ernst, anerkennen die Realität der Informationen, vertrauen diesen und den Regeln, sie ernst zu nehmen.

Die Konferenz wird sich diesem Fragenrahmen digital medialer Umwelten und den ihnen einprogrammierten Wegen informationeller Generierung von Kulturmustern unter den vier Konzepten widmen:

Interaktivität / Information / Interface / Immersion

Auf den ersten Blick auseinander liegende Fragen, die die Konferenz beschäftigen sollten, könnten z. B. sein:
Welche Verbindungen zwischen Software-Entwicklungen und kultureller Evolution können derzeit benannt werden?
Welche Bedeutung kommen ko-evolutionäre Prozesse zwischen Wahrnehmung, Abstraktion, Formen der Virtualisierung, digitalen Technologien und Kommunikationsfähigkeit zu?
Welche Art von Raum / von Räumen entsteht?
In welcher Weise beeinflussen digitale Kommunikationsräume Urbanisierungsprozesse und Häuserarchitektur?
Welche Bedeutung hat Spiele-Software bei der Neuformung von sozialen Zusammenhängen?
Welche Prozesse von Kooperation und Kollaboration entstehen? Was gehört zu einem expliziten Modell des Sozialen unter digitalen medientechnologischen Bedingungen?
Wie beeinflussen digitale Kommunikationsinstrumente die Einrichtungen von Kinderzimmern, Wohnräumen, Innenarchitekturen?
Wie ist die Veränderung von idioty of mass, knowledge of the crowd zu knowledge generating virtual community zu erklären?
Sind Umrisse einer virtuellen Zivilisation erkennbar?
Welche Bedeutung kommt der netzintegrierten Communitybildung zu?
Wie verändern sich Lernen sowie der Aufbau und die Legitimierung von Wissen?

CfP: HyperKult 16 zu Visionen und Phantasmen der Computergeschichte

Die 16. Hyperkult, vom 12. bis 14.7.2007 an der Uni Lüneburg, läuft unter dem Titel »Medium Computer. Geschichte(n), Visionen, Phantasmen« und beschäftigt sich u.a. mit folgenden Fragen:

Was war der ‘Computer als Medium’ und wo stehen wir heute?
Was ist auf der Strecke geblieben, die KI, der Analogrechner, die Bionik?
Was ist anders gekommen als gedacht, die Computer-Literacy, der Tod des Buches und anderer alt gewordener Medien, ein neues Urheberrecht?
Was wurde laut angekündigt und leise begraben?
Welche Phantasmen und Visionen halten sich hartnäckig?
Was ist passiert, was sich niemand gedacht hatte: Human Computing, Social Software, Second Life, mySpace und YouTube?

Klingt nach einem spannenden Programm. Deadline für Beiträge ist der 31.3.2007. Mehr Informationen gibt es hier.

Filme zum Thema Google und Überwachung

Der Bachelor-Studiengang Digital Media der Hochschule Ulm bringt in letzter Zeit richtig interessante Dinge hervor. Nachdem die Flash-Animation Panopti.com von Johannes Widmer letztes Jahr auf sehr intelligente Art über die zunehmenden Überwachungsmöglichkeiten im Alltag informierte, decken nun Ozan Halici & Jürgen Mayer in ihrer Abschlussarbeit den Masterplan hinter Google auf. Der Film ist schön gemacht, manche Aussagen sind allerdings etwas grobschlächtig geraten. Dass auch Google das “ganze bekannte Web” noch lange nicht abdeckt und dass wegen der früheren Verbindung eines Mitarbeiters zur CIA noch keine schwarzen Helikopter unterwegs sind, sind Feinheiten, die im Schwung der Geschichte wohl nicht unterzubringen waren. Der Film erinnert an EPIC 2015 von Robin Sloan und Matt Thompson, wobei die grafischen Umsetzungen bei Halici und Mayer eleganter sind.

Second Life-Avatar verbraucht so viel Strom wie ein Brasilianer

Auf der Grundlage einer Aussage des SL-Erfinders Philip Rosedale hat Nicholas Carr den Jahresenergieverbrauch eines SL-Avatars ausgerechnet: 1752 kWh. Also das, was ein durchschnittlicher Brasilianer im Jahr verbraucht. Vielleicht kann man davon ausgehen, dass der Verbrauch pro Avatar sinkt, wenn der Anstieg der Bewohner anhält (da die Umgebung wohl mehr Energie verschlingen dürfte als ein Avatar). Andererseits steigen die Baumaßnahmen ja mindestens genauso rasant an. Energiesparen scheint jedenfalls ein Ding der 80er gewesen zu sein.

“If there are on average between 10,000 and 15,000 avatars “living” in Second Life at any point, that means the world has a population of about 12,500. Supporting those 12,500 avatars requires 4,000 servers as well as the 12,500 PCs the avatars’ physical alter egos are using. Conservatively, a PC consumes 120 watts and a server consumes 200 watts. Throw in another 50 watts per server for data-center air conditioning. So, on a daily basis, overall Second Life power consumption equals:

(4,000 x 250 x 24) + (12,500 x 120 x 24)
= 60,000,000 watt-hours or 60,000 kilowatt-hours

Per capita, that’s:
60,000 / 12,500 = 4.8 kWh

Which, annualized, gives us 1,752 kWh. So an avatar consumes 1,752 kWh per year. By comparison, the average human, on a worldwide basis, consumes 2,436 kWh per year. So there you have it: an avatar consumes a bit less energy than a real person, though they’re in the same ballpark.”

(Via nettime)

Klicktracking per Wärmebild

Mit der Gratis-Software Clickheat lässt sich visualisieren, wo die “heißen” und “kalten” Klickbereiche der eigenen Seite sind. Sieht spannend aus, ist aber wohl aber eher für statische Seiten und Navigationsbereiche geeignet. (Via netbib)